Umwelterziehung
Umweltbildung ist ein zentrales Anliegen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung: „Die Bedürfnisse der Gegenwart sollen befriedigt werden, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können.“ (Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, 1987). Dabei geht es nicht in erster Linie um die Vermittlung eines wünschenswerten Umweltverhaltens oder um moralische Appelle. Zu den zentralen Zielen von Umweltbildung gehört es vielmehr, Kinder und Jugendliche zu befähigen, dass sie altersangemessen aktiv am gesellschaftlichen Geschehen teilhaben und es mitgestalten können. Damit ist die Umweltbildung ein Teil der politischen Bildung. Hervorgehobenes Ziel ist es, die beklagte Kluft zwischen verbal geäußertem Umweltbewusstsein und dem praktischen Handeln zu überwinden.
Diesem Anspruch werden wir am SGM gerecht, indem sich die Schülerinnen und Schüler in vielfältigen Projekten der Schulgemeinschaft, der Fachschaften und in Wahlkursen mit Umweltthemen beschäftigen. Hier eine Übersicht der regelmäßig stattfindenden Projekte:
Seit dem Schuljahr 2019/20 ist das Staffelsee-Gymnasium offiziell eine Umweltschule und hat seitdem jährlich die Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ für unseren Einsatz zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit erhalten. Im Rahmen der Umweltschule beschäftigen wir uns mit Themen wie Müllvermeidung und Mülltrennung im Schulhaus, Angebote in der Mensa sowie Kompensation unseres CO2-Ausstoßes durch Klimaspendenläufe oder dem Vermeiden von Flugreisen für Schulfahrten. Dass Umweltthemen am SGM schon eine lange Tradition haben, sieht man auch daran, dass das Staffelsee-Gymnasium 2012 die erste Klimaneutrale Schule Deutschlands war. Dazu wurde von einem Projektseminar im Schuljahr 2011/12 der CO2-Fußabdruck der Schule ermittelt. Mit Hilfe von eingeworbenen Spendengeldern und einem Kimaspendenlauf konnten Projekte internationaler Klimaschutzorganisationen finanziert werden, um somit den CO2-Ausstoß der Schule zu kompensieren. Die Zertifizierung als Klimaneutrale Schule fand durch die Hamburger Agentur KlimaINVEST statt. An diese Tradition möchten wir wieder anknüpfen: im Schuljahr 2023/24 entschied sich die Lehrerkonferenz dazu am Projekt Klimaschule Bayern teilzunehmen, dessen Ziel es ist Schulen nachhaltig CO2-neutral zu betreiben.
Fachschaft Biologie:
Ganz konkrete Projekte werden durch die Fachschaft Biologie durchgeführt: Jedes Schuljahr pflanzt jede neue 5. Jahrgangsstufe ihren eigenen Apfelbaum auf dem Gelände der Schule. Außerdem finden jährliche Exkursionen der 5. Jahrgangsstufe statt.
Unter Federführung der Naturschutzbehörde im Landratsamt untersuchen die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen eine Intensiv-Grünland- und eine Streuwiese bezüglich Pflanzenarten und erfassen Zeigerwerte. Zusätzlich erfolgt ein Einblick in die allgemeine Flora und Fauna des Murnauer Mooses, verknüpft mit einer Diskussion über naturschutzfachliche Aspekte.
Ein wichtiges Anliegen bei der Außengestaltung der Schule war die Anlage eines Schulgartens einschließlich eines Feuchtbiotops. Der Schulgarten besteht aus einem Gartenhaus, sechs großen Gemüsebeeten, einer Kräuterspirale und Pflanzungen von Beerensträuchern. Betreut wird der Schulgarten von einem Wahlkurs sowie regelmäßig stattfindenden P-Seminaren.
SMV, Umweltbeauftragte und Wahlkurs Umwelt:
Die SMV organisiert immer wieder Projekte zum Thema Umwelt- und Nachhaltigkeit wie z. B. Flohmärkte. Jede Klasse wählt zwei Umweltbeauftragte, die als Ansprechpartner zu Umweltthemen fungieren. Im Schuljahr 2023/24 fand erstmals ein Umweltbeauftragtenseminar statt. Dabei sammelten die Schülerinnen und Schüler Ideen zu Themen wie Mobilität, Energiesparen, Mensa und Nachhaltigkeit im Schulalltag. Einige Projekte wie eine Vortragsreihe von Schülern für Schüler zu Umweltthemen oder auch der Bau von Futterkästen für Vögel wurden sogleich umgesetzt. Auch im regelmäßig stattfindenden Wahlkurs Umwelt haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit eigene Projektideen umzusetzen.
Schulfahrten:
Auch beim Thema Klassen- und Schulfahrten bemühen wir uns um Nachhaltigkeit. Wandertage finden in der Regel in der Nähe der Schule statt oder sollten mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen sein. Auch bei den Schulfahrten spielt Nachhaltigkeit eine Rolle in unseren Überlegungen. Gutes Beispiel hierfür ist die erlebnispädagogisch orientierte Walchenseewoche der 8. Jahrgansstufe und die Wintersportwoche der 6. Jahrgangsstufe in einer Selbstversorgerhütte am Hörnle beziehungsweise einer Jugendherberge in der Nähe der Schule.
Christian Krämer